Bedeutende Ausschlüsse einer Hausratversicherung erkennen

Die Vielfalt an Schadensarten, die den eigenen Hausrat theoretisch betreffen können, sind immens und in ihrer Wahrscheinlichkeit oftmals nicht richtig einzuschätzen. Sollten alle noch so undenkbaren Risiken wirklich in einen Hausratvertrag mit eingeschlossen werden, würde dies zu einer schier unbezahlbar hohen Beitragshöhe führen, die weder im Sinne der Versicherungen noch der Wunsch des Versicherten sind. Aus diesen Grund nimmt die Versicherung grundsätzlich einzelne Ausschlüsse von Schäden vor, die den individuellen Versicherungsbedingungen zu entnehmen sind. Die wichtigsten Ausschlüsse, mit denen Versicherte rechnen müssen und die bei intensivem Interesse durch Sonderklauseln mit eingeschlossen werden müssen, sind die folgenden:

  • Einbauobjekte in Haus und Wohnung
  • Senkschäden
  • Elementarschäden
  • Ausnahmeschäden

 

Wie Einbauküchen und weiteres Mobiliar abzusichern sind


Als Hausrat werden im Allgemeinen sämtliche, bewegliche Objekte bezeichnet, die sich in einem Haus oder einer Wohnung finden lassen. Ausgeschlossen sind somit fest installierte Einrichtungsgegenstände, zu denen die Einbauküche ebenso zählt wie Tapeten oder das Laminat. Allerdings sollte hierbei unterschieden werden, ob all dies bereits durch den Vermieter im Haus angebracht wurde oder auf eigene Kosten mit hineingebracht wurde. In letzterem Fall hat der Versicherungsnehmer ein natürliches Interesse daran, den Ausschluss durch die Versicherung zu verhindern und eine Nachversicherung für diese installierten Objekte vorzunehmen

Einen Senkschaden von einem Brandschaden unterscheiden


Klassische Brandschäden sind fester Bestandteil der allermeisten Hausratverträge, anders sieht dies beim sogenannten Senkschaden aus, der als Brand nach einem Kurzschluss oder anderen Problemen in den elektrischen Leitungen eintreten kann. Hierbei achtet der Versicherer allerdings auf die Kausalität der Schadensereignisse, da z.B. durch einen Zufuhr eingetretenen Brand die Schäden in der Elektronik überhaupt erst ausgelöst wurden - in diesem Fall bleibe der Versicherungsschutz bestehen. Wer in einem alten Haus mit alten und anfälligen Leitungen lebt, sollte in Ruhe über den Ausschluss von Senkschäden nachdenken und diese gezielt über eine Sonderklausel ergänzen.

Elementarschäden gezielt analysieren und absichern


Zu den wichtigsten Ausschlüssen, die den meisten Versicherten nicht bewusst sind, zählen sogenannte Elementarschäden. Hiermit sind Naturgewalten wie Erdbeben oder Sturmfluten gemeint, die äußerst selten eintreten und somit für die meisten Versicherungsnehmer uninteressant sind. Auch Lawinen oder Überschwemmungen sind ein geographisch sehr individuell einzuschätzendes Risiko, das nicht zu den Standardleistungen in einer Hausratversicherung führt. So verständlich der generelle Ausschluss dieser Leistungen ist, kann ein gesonderter Einschluss dieser Risiken dennoch Sinn ergeben, sofern Haus oder Wohnung in einer echten Risikoregion stehen. In einem vermeintlich risikoarmen Umfeld sollte es für den Großteil aller Versicherungsnehmer jedoch kein Problem darstellen, mit diesen Ausschlüssen zu leben.

Ausnahmerisiken und ihre Absicherung


Kriegerische Unruhen, ein terroristischer Anschlag, die Zerstörung eines Kernkraftwerks - manche Risiken sind in ihrer Tragweite sowohl für Versicherungen wie den Versicherungsnehmer kaum überschaubar. Dennoch führen diese verheerenden Situationen auch zu einer Beschädigung des eigenen Hausrats, der im Regelfall komplett unbrauchbar werden dürfte. Prinzipiell wird von einzelnen Versicherungen eine Absicherung dieser Ausnahmerisiken angeboten, doch nicht alleine aufgrund des unwahrscheinlichen Eintretens sollten private Versicherungsnehmer von einer Zusatzklausel für diese Ausschlüsse Abstand nehmen. Vorrangig die finanzielle Komponente dürfte stark vor einem Einschluss zurückschrecken, da viele Versicherungen für die genannten Ausnahmerisiken die Beiträge noch einmal stark erhöhen.